Die Behandlung jedes Non-Hodgkin-Lymphoms richtet sich nach der Bösartigkeit und dem Stadium der Erkrankung sowie dem Allgemeinzustand, in dem sich der Patient aktuell befindet. Aggressive Non-Hodgkin-Lymphome müssen unverzüglich chemotherapeutisch behandelt werden, bei indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen wird dagegen häufig mit einer Strahlenbehandlung begonnen. Die Kenntnis des Allgemeinzustandes ist deshalb so wichtig, weil eine wirksame Non-Hodgkin-Lymphom-Therapie immer mit mehr oder minder starken Nebenwirkungen einhergeht.
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien legt der behandelnde Arzt zusammen mit dem Patienten die Therapie fest und kombiniert dabei auch die verschiedensten Behandlungsansätze. Eine pauschale Standardtherapie der Non-Hodgkin-Lymphome gibt es nicht.
Manche Patienten sind irritiert, wenn sie nach der Feststellung eines Non-Hodgkin-Lymophoms erfahren, dass eine unmittelbare Behandlung zunächst nicht erforderlich ist. Tatsächlich ist das dann der Fall, wenn die Krankheit nur sehr langsam voranschreitet und keine oder nur sehr milde Beschwerden verursacht. Die Behandlung mit Medikamenten oder Strahlen würde dann mehr schaden als nutzen.
Für diese abwartende Haltung hat sich der englische Ausdruck watch and wait oder watchful waiting (aufmerksames Abwarten) eingebürgert. In dieser Zeit werden in regelmäßigen Abständen Blutuntersuchungen durchgeführt, um eine Verschlechterung unmittelbar feststellen zu können. Watch and wait ist eine häufige Option bei Patienten mit einem früh diagnostizierten Follikulären Lymphom oder einem Immunozytom.