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Non-Hodgkin-Lymphome > Diagnose > Stadieneinteilung
  Stadieneinteilung
 
 
Welche Behandlung für den einzelnen Patienten die geeignete ist, hängt nicht nur vom Non-Hodgkin-Lymphom-Typ ab, sondern auch vom Stadium der Erkrankung. Denn ein Patient mit einer einzigen befallenen Lymphknotenregion wird anders behandelt als einer, bei dem bereits Organe außerhalb des lymphatischen Systems befallen sind.

Ann-Arbor-Stadieneinteilung

Bereits in den 1960er Jahren wurde im Rahmen eines Symposiums in Ann Arbor, einem kleinen Städtchen in der Nähe von Detroit im US-Bundesstaat Michigan, ein einfaches Schema zur Stadieneinteilung von Non-Hodgkin-Lymphomen präsentiert. Seither ist es als Ann-Arbor-Stadieneinteilung in der Hämatologie (Lehre von den Krankheiten des Bluts und der Blut bildenden Organe) etabliert. Unterschieden werden vier mit römischen Ziffern bezeichnete Stadien.
In Stadium I ist eine einzige Lymphknotenregion befallen.
Stadium II bezeichnet den Befall von zwei oder mehr Lymphknotenregionen, allerdings auf derselben Seite des Zwerchfells, d. h. nur im Brustraum oder nur im Bauchraum.
Im Stadium III sind Lymphknotenregionen auf beiden Seiten des Zwerchfells befallen.
Im Stadium IV hat das Non-Hodgkin-Lymphom bereits Organe oder Gewebe außerhalb des lymphatischen Systems, beispielsweise die Leber oder Knochen, befallen.

Begleit-Symptome sind nicht zweitrangig

Wichtig für die Stadieneinteilung ist nicht nur der Ort des Lymphknotenbefalls, sondern auch der Allgemeinzustand des Patienten. Etwa 20 Prozent der Betroffenen klagen über mindestens eines der folgenden Beschwerden: ein allgemeines Krankheitsgefühl, ständige Müdigkeit, Fieber über 38 Grad Celsius, nächtliche Schweißausbrüche und einen Gewichtsverlust von mehr als 10 Prozent des Körpergewichts innerhalb der zurückliegenden sechs Monate.

Weil diese allgemeinen Krankheitssymptome ein Non-Hodgkin-Lymphom begleiten können,  bezeichnen Ärzte sie als Begleit- oder kurz als B-Symptome. Treten sie auf, wird der Ann-Arbor-Stadiumsbezeichnung ein B angefügt.
Fehlen diese Symptome, steht hinter der Stadiumsbezeichnung ein A.
Manchmal treten Krankheitsherde, d. h. Ansammlungen erkrankter Zellen, auch außerhalb von Lymphknoten auf. In solchen Fällen wird auf dem ärztlichen Bericht hinter das Stadium der Buchstabe E für "extranodal" angefügt.
Schließlich kann es sein, dass der behandelnde Arzt die Stadieneinteilung weitgehend ohne apparative Diagnostik, d. h. ohne den Einsatz technischer Geräte, also nur nach seinem "klinischen Eindruck" vorgenommen hat. Dann wird die Stadienbeschreibung um das Buchstabenpaar CS (= Klinisches Stadium) ergänzt. Ist die Stadieneinteilung dagegen mit allen gebotenen diagnostischen Hilfsmitteln vorgenommen worden, erscheint auf dem Bericht das Buchstabenpaar PS für "pathologisches Stadium".

Ein ärztlicher Bericht mit dem Vermerk

 "Non Hodgkin Lymphom, Stadium I E, A, PS"

bedeutet demnach, dass nach gründlicher, auch apparativer Diagnostik (PS) ein Non-Hodgkin-Lymphom mit nur einem Herd (I) außerhalb von Lymphknoten (E) und ohne Allgemeinsymptome (A) festgestellt wurde.

Tabelle: Stadieneinteilung der Non-Hodgkin-Lymphome nach Ann Arbor

Stadium I Befall einer einzigen Lymphknotenregion
Stadium II Befall von zwei oder mehr Lymphknotenregionen auf derselben Seite des Zwerchfells 
Stadium III Befall von Lymphknotenregionen auf beiden Seiten des Zwerchfells
Stadium IV Befall von Organen außerhalb des lymphatischen Systems
A Allgemeinsymptome liegen nicht vor
B Fieber > 38 Grad Celsius, Nachtschweiß, Gewichtsverlust > 10 % des Körpergewichts innerhalb von sechs Monaten
PS Pathologisches Stadium (Stadieneinteilung mit labortechnischen und apparativen Hilfsmitteln)
CS Klinisches Stadium (Stadieneinteilung aufgrund des "klinischen Eindrucks")

 

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