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Multiples Myelom > Diagnose
  Diagnose: Wie erkennt man ein Multiples Myelom?
 
 
Alle diagnostischen Verfahren zur Feststellung eines Multiplen Myeloms haben zum Ziel, die Krankheit möglichst frühzeitig zu erkennen, also vor dem Auftreten von Komplikationen. Ein  wichtiger Punkt ist dabei, Aussagen über den mutmaßlichen Verlauf der Erkrankung machen zu  können. Auf dieser Grundlage planen Arzt und Patient dann gemeinsam die individuelle Behandlung.

Was untersucht der Arzt?

Gespräch und körperliche Untersuchung - In einem ausführlichen Gespräch besprechen Arzt und Patient aktuelle Beschwerden, Vor- und Begleiterkrankungen, häufig auch die individuellen Lebensverhältnisse. Bei der körperlichen Untersuchung versucht der Arzt, erste Hinweise auf Beschwerden zu finden, die auf eine bestimmte Krankheit hindeuten.

Untersuchung von Blut und Urin - Besteht  der Verdacht auf ein Multiples Myelom, lässt der behandelnde Arzt zunächst Art und Menge der Antikörper (Immunglobuline) bestimmen. Auch nach typischen Eiweißen (Paraproteinen) wird gefahndet. Um den mutmaßlichen Krankheitsverlauf einschätzen zu können, sind weitere Laboruntersuchungen notwendig, man untersucht beispielsweise Entzündungszeichen.

Untersuchungen mit medizinischen Geräten (Bildgebende Diagnostik) - Um zu erkennen, wo Knochen bereits geschädigt  sind,  müssen Röntgenaufnahmen  gemacht werden. Für eine systematische Suche sind Aufnahmen des Schädels, der Wirbelsäule, der langen Röhrenknochen, des Beckens und der Rippen erforderlich. Stellen, an denen geschädigte B-Plasmazellen ins Knochenmark eingedrungen sind, lassen sich mit Röntgenaufnahmen allein erst vergleichsweise spät finden. Zur Früherkennung können deshalb neuere bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) oder die Kernspintomographie (Magnetresonanztomografie, NMR)  herangezogen werden.

Knochenmarksuntersuchung - Um feststellen zu können, wie viele geschädigte B-Plasmazellen bereits in das Knochenmark eingedrungen sind, ist die mikroskopische Untersuchung einer Knochenmarksprobe sinnvoll. Das Untersuchungsmaterial wird mit einer Knochenmarkspunktion gewonnen. Dabei wird mit einer Spritze Knochenmark aus dem Beckenknochen entnommen. Bei der Untersuchung der Knochenmarksprobe unter dem Mikroskop geht es um zweierlei: Zum einen soll geklärt werden, wie groß der Anteil geschädigter B-Plasmazellen im Knochenmark ist. Zum anderen interessiert den Arzt, wie weit die Schädigung der Zellen schon vorangeschritten ist. Ähneln die B-Plasmazellen noch weitgehend gesunden Zellen, dann sind sie noch vergleichsweise hoch differenziert: Das heißt, sie funktionieren noch in weiten Teilen so wie gesunde Zellen und unterliegen in gewisser Weise auch noch der Kontrolle des Immunsystems.

Dagegen wachsen Zellen, die nur noch wenig differenziert sind, ständig und unkontrolliert. Mit der Bestimmung des Differenzierungsgrades lässt sich der Krankheitsverlauf genauer vorhersagen: Multiple Myelome mit hoch differenzierten Zellen nehmen einen günstigeren Verlauf als solche, die nur noch wenig differenziert sind.

Welches sind die sicheren Zeichen des Multiplen Myeloms?

Die Beschwerden, die ein Multiples Myelom auslösen kann, sind vielfältig und kommen auch bei anderen Krankheiten vor. Deshalb muss eine bestimmte Kombination von Befunden vorliegen, damit der Arzt ein Plasmozytom sicher feststellen kann.

Ein Multiples Myelom liegt vor, wenn zwei der drei folgenden Kriterien erfüllt sind:

  1. In der Knochenmarksprobe beträgt der Anteil unkontrolliert wachsender Plasmazellen mehr als 10 Prozent.

  2. Der Patient klagt über folgende Krankheitszeichen: Knochenschmerzen, ständige Müdigkeit/Abgeschlagenheit durch Blutarmut; Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsabnahme (B-Symptome). Ein erhöhter Kalziumspiegel im Blut und Störungen der Nierenfunktion sind festgestellt worden.

  3. Im Blut sind mehr als 3 Gramm pro 100 Milliliter Paraproteine (Bruchstücke von Immunglobulinen mit veränderter Eiweißstruktur) vorhanden und/oder Paraproteine sind im Urin nachweisbar und/oder "Knochenverdünnungen" (beginnende Knochenauflösungen) sind erkennbar.

 

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