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Multiples Myelom > Beschwerden
  Beschwerden
 
 
In den frühen Stadien der Erkrankung fühlen sich neun von zehn Myelom-Patienten gesund. Selbst im fortgeschrittenen Stadium ist etwa ein Drittel noch beschwerdefrei. Die früher oder später einsetzenden typischen Beschwerden lassen sich auf die gestörte Blutzellbildung, die Anhäufung krankhafter Eiweiße, der Paraproteine, und die fortschreitende Knochenauflösung zurückführen.

Müdigkeit - Im Krankheitsverlauf klagen Patienten immer häufiger über ständige Müdigkeit, ihre Leistungsfähigkeit nimmt ab, sie haben zu nichts mehr richtig Lust. Diese Beschwerden sind typisch für einen Mangel an roten Blutkörperchen, die für die Sauerstoff- und damit für die Energieversorgung jeder einzelnen Zelle unseres Körpers zuständig sind. Die geschädigten B-Plasmazellen beeinträchtigen die Reifung der roten Blutkörperchen im Knochenmark.

Knochenbrüche - Starke Rückenschmerzen, wie sie auch infolge von Bandscheibenschäden auftreten, können auf ein Multiples Myelom hinweisen. Ihre Ursache ist ein fortschreitender Knochenschwund. Die geschädigten B-Plasmazellen regen das Wachstum knochenabbauender Zellen, der so genannten Osteoklasten, an. Damit stören sie das natürliche Gleichgewicht zwischen Knochenab- und Wiederaufbau. Die Wirbelkörper sind die für diesen Abbau empfindlichsten Knochen, sie brechen und sinken regelrecht in sich zusammen. Stolpern, Abstützen mit den Händen oder das  Hochheben schwerer Lasten können deshalb schon zu einem Knochenbruch führen. Die Knochen werden immer "dünner", lösen sich regelrecht auf. Dieser Knochenauflösung lässt sich mit Medikamenten aus der Klasse der Bisphosphonate wirksam gegensteuern.

Übelkeit - Der Knochen ist das größte Kalziumdepot in unserem Körper. Durch die fortschreitende Knochenauflösung gelangt sehr viel Kalzium ins Blut. Dies  verursacht unter anderem Übelkeit und Erbrechen.

Austrocknung - Die durch die Knochenauflösung erhöhte Kalziummenge im Blut führt zu einer vermehrten Kalziumausscheidung durch die Nieren. In der Folge nimmt die Harnmenge zu und der Körper droht auszutrocknen. Gleichzeitig werden auf Dauer die Nieren geschädigt.

Nierenfunktionsstörungen - Die Nieren sind schon mit der dauerhaft erhöhten Kalziummenge überfordert. Die von den geschädigten B-Plasmazellen produzierten Paraproteine können außerdem die empfindlichen Nierenkanälchen regelrecht verstopfen. Bei etwa 20 Prozent aller Patienten muss deshalb mit einer Einschränkung der Nierenfunktion gerechnet werden.

Infektanfälligkeit - Die  geschädigten B-Plasmazellen sind nicht mehr in der Lage, funktionierende Antikörper zu bilden. Außerdem wandern sie sehr schnell ins Knochenmark und beeinträchtigen dort die Bildung von Blutplättchen sowie roten und weißen Blutkörperchen. Der  Mangel an bestimmten weißen Blutkörperchen - den so genannten neutrophilen Granulozyten - erhöht die Infektanfälligkeit weiter. Dann kann schon ein einfacher Schnupfen zu einer bedrohlichen Infektion werden. Etwa ein Viertel aller Patienten leidet unter wiederholt auftretenden Infektionen der Atemwege, zum Beispiel Lungenentzündungen. Im fortgeschrittenen Stadium  kommt es häufig auch zu Infektionen der Harnwege.

Jede Entzündung muss schnell mit wirksamen Antibiotika behandelt werden. Außerdem sollten betroffene Patienten versuchen, möglichst jedes Infektionsrisiko zu meiden. Dazu gehört, sich von Menschenansammlungen fern zu halten und auf bestimmte Hygienemaßnahmen, z. B. bei der Ernährung, zu achten.

Blutungsneigung - Im Knochenmark werden alle Blutzellen gebildet. Neben roten und weißen Blutkörperchen entstehen dort auch Vorläuferzellen für die Blutplättchen (Thrombozyten). Sie bilden bei Verletzungen schnell einen Plättchenpfropf und bringen die Blutung so zum Stillstand. Da die geschädigten B-Plasmazellen im Knochenmark auch die Blutplättchen-Entwicklung stören, ist bei Patienten mit Multiplem Myelom die Blutungsneigung erhöht. Vermehrtes Nasenbluten oder die verstärkte Menstruationsblutung bei Frauen sind häufige Folgen.

 

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Ein Überschuss von Kalzium im Blut. Dieser entsteht beispielsweise durch den Knochenabbau beim Plasmozytom. Der Zustrom von Kalzium aus dem Knochen und/oder Darm ist größer als die Ausscheidung von Kalzium über die Niere.
 
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