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  Hochdosischemotherapie mit Stammzelltransplantation
 
 
Chancen und Risiken

Die Stammzelltransplantation bietet die Chance für ein verlängertes Überleben, ist jedoch sehr belastend und kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen (besonders die allogene Stamzelltransplantation).

Risiken einer Stammzelltransplantation:

  • Die Risiken sind von sehr vielen individuellen Faktoren abhängig, wie dem Stadium der Erkrankung, Alter, Vorbehandlungen, Begleiterkrankungen und dem Zustand des Patienten wie auch dem Chemotherapieschema an sich.
  • Es besteht eine extreme Infektanfälligkeit in der Vorbereitungsphase (Konditionierungsphase) und in den ersten Wochen nach der Transplantation aufgrund des Mangels an Blutzellen. Das Erkrankungsrisiko kann durch Aufenthalt in sterilen Räumen und eine Antibiotikagabe vermindert werden.
  • Die Chemotherapie in der Konditionierungsphase kann Organe wie beispielsweise Herz; Lunge, Leber oder Niere schädigen.
  • Fast immer kommt es zu einer schmerzhaften Entzündung der Mundschleimhaut und der Schleimhaut im Urogenitaltrakt.
  • Der Haarausfall durch die Chemotherapie ist in der Regel wieder rückgängig zu machen.
  • Es kann zu Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe oder sogar in der Lunge kommen.
  • Nach der Stammzelltransplantation kommt es häufig zu Fieber.
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind häufig.
  • Das Immunsystem ist meist für die Dauer eines Jahres geschwächt.

Speziell bei der autologen Transplantation:

  • Bei einer autologen Transplantation treten meist weniger Komplikationen auf, es besteht aber ein erhöhtes Risiko dafür, dass es durch eine mögliche Verunreinigung der Stammzellen mit Krebszellen zu einer erneuten Erkrankung kommt.

Speziell bei der allogenen Stamzelltransplantation:

  • Wurden fremde Stammzellen übertragen, kann es (auch bei guter Gewebeübereinstimmung) in den ersten Monaten danach zu einer Unverträglichkeitsreaktion kommen. Zellen der Immunabwehr aus dem fremden Transplantat greifen Zellen des Empfängers an und zerstören diese. Man spricht von der Graft-versus-host-disease (GvHD: Transplantat gegen Wirt-Krankheit), die in seltenen Fällen tödlich verlaufen kann.
  • In manchen Fällen ist eine geringe Immunreaktion der Spender- gegen die Empfängerzellen, also beispielsweise Krebszellen, sogar erwünscht, um damit ein Aufflammen der Grunderkrankung zu verhindern.
  • Eine Unterdrückung des Immunsystems ist wichtig, damit die körperfremden Zellen nicht abgestoßen werden.
  • Eine Ganzkörperbestrahlung verhindert die Abstoßungsreaktion.

Langzeitfolgen:

Nach einer Stammzelltransplantation kann der/die Betroffene möglicherweise keine Kinder mehr zeugen oder gebären. Für Männer besteht die Möglichkeit, vor der Behandlung Sperma einfrieren und lange Zeit lagern zu lassen.

Nach einer Stammzelltransplantation sollten alle Schutzimpfungen erneuert werden.

Trotz aller Risiken sollte man nicht vergessen, dass durch die Hochdosischemotherapie mit Stammzelltransplantation in einigen Fällen erfolgreich Leben verlängert werden kann und bestimmte Krebsformen geheilt werden können. Wichtig ist, genau abzuwägen, für welchen Patienten diese Behandlung in Frage kommt.

Die Erfolgsquote der Stammzell-Transplantation schwankt und liegt bei etwa über 50 Prozent. Die Überlebensrate nach Ansprechen auf die Transplantation beträgt etwa 5 Jahre.

Künftig wird eventuell eine bessere Steuerung der Abstoßungsreaktion möglich sein. Hier könnten die mesenchymalen Stammzellen eine Rolle spielen.

 

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