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Immun- und Strahlenbehandlung in einem

Diese Behandlung kombiniert die Vorteile der Immun- mit denen der Strahlenbehandlung. Ein Antikörper transportiert eine Strahlenquelle direkt zu den Krebszellen, wo diese den Tumor gezielt bestrahlen kann.

Dies ist eine Behandlungsmöglichkeit für Patienten mit follikulärem B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom, bei denen das Lymphom nach einer Behandlung erneut wächst oder bei denen bewährte Verfahren wie Bestrahlung und Chemotherapie nicht helfen bzw. wenn eine Antikörperbehandlung allein nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat.

Antikörper spüren die Krebszellen auf

Die Antikörper richten sich gegen Tumorzellen. Sie heften sich an bestimmte Bindungsstellen auf der Oberfläche der Krebszellen an. Dadurch markieren sie diese, sodass die Abwehrzellen sie leichter finden. Wurde der Antikörper vor seinem Einsatz an eine radioaktive Substanz gekoppelt, werden die Krebszellen nun zusätzlich radioaktiv bestrahlt.

Der CD-20-Antikörper beispielsweise erkennt die Bindungsstelle "CD-20-Antigen", die auf den meisten Lymphdrüsenzellen vorhanden ist. Es werden nicht immer alle Krebszellen erreicht, da nicht alle Zellen das Antigen in ausreichendem Maß an ihrer Oberfläche tragen. Mit der Radioimmuntherapie kommt man hier noch weiter, denn die Strahlung reicht 5 mm weit und erfasst auch Krebszellen in der Nachbarschaft, denen ausreichend Antigen fehlt, d. h. die zu wenige Bindungsstellen für den Antikörper besitzen.

Vorteile:

  • Gezielte Bestrahlung, das umgebende gesunde Gewebe wird geschont.
  • Kurze Behandlungsdauer: Eine stationäre Aufnahme ist nicht erforderlich.
  • Der "Kreuzfeuereffekt": auch Krebszellen, die direkt neben den mit Antikörpern markierten liegen, werden zerstört.
  • Es dringt so gut wie keine Strahlung nach außen: Freunde, Bekannte, Verwandte und das Klinikpersonal sind im normalen sozialen Kontakt nicht gefährdet.

Risiken/Probleme:

  • Mögliche Nebenwirkungen sind beispielsweise Schwächegefühl, Übelkeit, Fieber, Schmerzen und Erbrechen.
  • Die weißen Blutkörperchen, die der Abwehr von Krankheitserregern dienen und die Blutplättchen, die zur Gerinnung beitragen, können absinken. Wichtig sind regelmäßige Blutbildkontrollen. Gegebenenfalls können die fehlenden Zellen mittels einer Bluttransfusion ersetzt werden.
  • Den direkten Kontakt mit Körperausscheidungen wie Urin sollten Pflegepersonal und Angehörige vermeiden.
  • Innerhalb der ersten Woche nach der therapeutischen Anwendung sollten betroffene Männer beim Sexualverkehr Kondome benutzen.
  • Eine Schwangerschaft sollte bei Patientinnen innerhalb eines Jahres nach der Therapie verhindert werden.

Ob und in welchem Ausmaß die Therapie Erfolg hatte, kann nach etwa drei Monaten festgestellt werden. Auch nach dieser Zeit können noch weitere Besserungen eintreten.

Ablauf einer Radioimmuntherapie:

  • Der eigentlichen Behandlung mit markiertem Antikörper gehen zwei Infusionen mit unmarkiertem Antikörper voraus.
  • Die berechnete Menge der radioaktiven Substanz wird - gekoppelt an den Antikörper - in die Vene infundiert.

 

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