Eine eingeschränkte Nierenfunktion liegt etwa bei jedem zweiten Plasmozytom-Patienten vor. Die Nierenfunktion kann auf unterschiedliche Weise beeinträchtigt sein. Mögliche Zeichen sind eine stark vermehrte Ausscheidung von Eiweiß im Urin oder ein vermehrter Verlust beispielsweise von Zucker, Harnsäure und Aminosäuren. Krankhafte Ablagerungen im Nierengewebe und in den Nierengefäßen können zu einem chronischen Verlust der Nierenfunktion führen.
Ein Übermaß von Eiweiß im Blut und eine große Kalziummenge, wie sie bei Patienten mit Multiplem Myelom häufig vorkommen, können ihrerseits die Nieren schädigen. Ein langsam fortschreitendes Nierenversagen kann zu zunehmender Müdigkeit, Übelkeit und Erbrechen führen.
Leiden Sie unter Nierenschäden, sollten Sie mit Ihrem Arzt über eine notwendige Diät sprechen, die die Kaliumzufuhr einschränkt und eiweißarm und phosphatfrei ist. Dabei sollten Sie eine Mangelernährung vermeiden.
Medikamente können ebenfalls helfen, beispielsweise harntreibende Medikamente, Medikamente gegen zu hohen Blutdruck oder Erythropoetin, das die Bildung der roten Blutkörperchen fördert.
Ist die Nierenfunktion eingeschränkt, ist bei manchen Medikamenten Vorsicht geboten, die über die Nieren abgebaut werden oder die Nieren zusätzlich schädigen können.
Versagen die Nieren rasch, kommt es zu Wasseransammlungen beispielsweise in der Lunge und zu einem Überschuss an Kalium, wodurch das Herz geschädigt werden kann. Heute kann die Funktion der Nieren, falls erforderlich, durch die regelmäßige Blutwäsche (Dialyse) ersetzt werden. Giftstoffe werden dabei aus dem Blut entfernt und bei einer Überwässerung wird dem Kreislauf Wasser entzogen.
Eine regelmäßige Dialyse wird unumgänglich, wenn sich Beschwerden wie Erbrechen, Übelkeit, Kraftlosigkeit oder entzündete Haut zeigen und im Blut die Werte für Harnstoff und Kreatinin erhöht sind.