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Bildung von krankhaftem Eiweiß verhindern

Die eigentliche "Gentherapie" greift ins Erbgut ein und fügt dabei beispielsweise die korrekte genetische Information in eine krankhaft veränderte Zelle ein. Die Antisense-Behandlung dagegen benutzt Genabschnitte, ohne sie zu verändern.

Um zu verstehen, wie Antisense-Präparate wirken, muss man einige Grundsätze der Genetik kennen:

  • Unsere Gene bestehen aus DNA (Desoxyribonukleinsäure), diese enthält also unsere Erbinformation.
  • Die Abschrift dieser Information (das "Rezept" zur Herstellung eines Eiweißstoffes) wird mit Hilfe der Boten-RNA (Ribonukleinsäure) zu den Zellteilen transportiert, in denen das betreffende Eiweiß hergestellt wird. Die RNA ist also die Voraussetzung dafür, dass diese Eiweiße gebaut werde können.

Die Antisense-Präparate, so genannte Antisense-Oligonukleotide, sind kurze Genabschnitte. Sie setzen an einer bestimmten Boten-RNA an, die dabei beteiligt ist, ein krankheitserregendes Eiweiß, das bei der jeweiligen Krebsform eine Rolle spielt, herzustellen. Die Antisense-Technik stört also nicht die Wirkung der schädigenden Proteine, sondern verhindert schon deren Bildung: Schädliche Eiweiße gelangen gar nicht erst in den Körper.

Ein Beispiel: Eine Störung des so genannten programmierten Selbstmordprogramms kann bei der Krebsentstehung bedeutsam sein.

Die Apoptose, das programmierte Selbstmordprogramm

Die Apoptose oder der "programmierte Selbstmord" einer Zelle ist ein gesunder Mechanismus, der dazu dient, eine Zelle mit geschädigtem Erbmaterial, etwa eine Krebszelle, zu vernichten. Damit wird verhindert, dass geschädigte Zellen wie Tumorzellen sich weiter vermehren. Das Programm zu diesem Vorgang ist genetisch vorgegeben. Die Zelle zerfällt in ihre Bestandteile, die von großen Fresszellen, den so genannten Makrophagen beseitigt werden.

Ein Eiweiß, das diesen programmierten Zelltod blockiert und damit das Weiterleben von Tumorzellen ermöglicht, ist Bcl-2.

"Selbstmord" kranker Zellen wird wieder möglich

Ein neues Krebsmedikament, ein Bcl-2-Antisense-Präparat, richtet sich gegen das Eiweiß Bcl-2. Das Antisense-Präparat zielt auf die RNA ab, die zur Herstellung des Bcl-2-Proteins führt. Sobald diese RNA geblockt ist, wird sie als nicht funktionsfähig erkannt und zerstört. Dadurch wird weniger Apoptose-hemmendes Bcl-2 produziert, der programmierte Zelltod der Krebszellen wird wahrscheinlicher.

Die Entwicklung von Antisense-Präparaten ist einfacher und schneller als die traditioneller Medikamente. Mit molekularbiologischen Mitteln lassen sich die verschiedenen Tumorarten diagnostisch stärker differenzieren. Je genauer Tumorzellen differenziert werden können, desto besser lässt sich vorhersagen, welches Medikament bei welcher Art des Tumors wirkt.

Ein neues Ziel der Behandlung wäre es, das Gen zu identifizieren, das die Normalzelle zur Krebszelle macht. Dann muss ein Molekül gefunden werden, das genau dieses Krebsgen blockiert.

 

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