Mit Impfungen gegen Krebs sind hier nicht die vorbeugenden Impfungen (=Schutzimpfungen) gegen spezielle Viren gemeint, die Krebs verursachen können (wie beispielsweise gegen das HPV- Human Papilloma Virus, das Gebärmutterhalskrebs auslösen kann). Es geht vielmehr um die Behandlung mit speziell für den einzelnen Patienten hergestellten Impfstoffen gegen den Tumor selbst. Diese Form der Immuntherapie befindet sich noch in der Phase der Erprobung. Aus Laboruntersuchungen ist bekannt, dass derartige Immuntherapien wirksam sein können. Ob diese Behandlung ein weiteres Tumorwachstum beim Menschen tatsächlich verhindern kann, ist derzeit noch nicht geklärt.
Die so genannte Idiotyp-Vakzinierung ist eine patientenspezifische Immuntherapie: Jedes Präparat wird eigens für den jeweiligen Patienten hergestellt. Der Impfstoff besteht aus einem Eiweiß, das ausschließlich auf den Tumorzellen, aber nicht auf gesunden Körperzellen des Patienten vorhanden ist, ein so genannter „Idiotyp“. Durch die Impfung möchte man eine Immunreaktion speziell gegen diese Tumorzellen herbeiführen.
- Zunächst wird eine Probe vom Krebs entnommen. Dazu wird beispielsweise ein befallener Lymphknoten entfernt; oftmals genügt auch eine Knochenmarkpunktion oder eine einfache Blutabnahme.
- Die spezifischen Tumorgene des Patienten werden identifiziert und das Eiweiß wird als Impfstoff individuell hergestellt.
- Der Eiweiß-Idiotyp wird mit einem Hilfsstoff vermischt, um das Immunsystem zusätzlich zu stimulieren.
- Die Zeitspanne von der Abgabe der Biopsie (d. h. der Entnahme einer Probe vom Krebs) bis zur ersten Impfung beträgt ca. 3 Monate.
Idiotyp-Vakzine können wahrscheinlich bei den meisten Non-Hodgkin-Lymphomen vom B-Zell-Typ angewendet werden, dazu gehört auch das Multiple Myelom.
Falls Sie daran interessiert sind, an einer Impfstudie teilzunehmen, finden Sie hier alle Informationen.
- Insgesamt sollen sechs Impfzyklen im Abstand von jeweils vier Wochen durchgeführt werden.
- Die Impfungen werden in die Haut des rechten oder linken Oberschenkels gespritzt.
- Zusätzlich wird bei jeder Impfung zur Aktivierung des Immunsystems fünf Tage lang ein immunstimulierendes Gewebehormon (GM-CSF) in das Unterhautfettgewebe des jeweiligen Oberschenkels injiziert.
- Die Impfung kann der Hausarzt durchführen oder Sie erlernen die Impftechnik und impfen sich selbst.
Es kann zu Rötungen, Schwellungen und Juckreiz im Bereich der Impfstelle kommen, außerdem zu Grippe-ähnlichen Beschwerden wie Gliederschmerzen, Fieber und Schüttelfrost. Diese Nebenwirkungen sind meist vorübergehend und gut zu lindern.