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Für die konkrete Therapie-Entscheidung und auch für die Erfolgsaussichten einer Behandlung ist die allgemeine Verfassung des Patienten, sprich sein Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Non-Hodgkin-Lymphom-Diagnose von entscheidender Bedeutung. Wer abgesehen von seiner Krebserkrankung körperlich und geistig leistungsfähig ist, verträgt beispielsweise eine nebenwirkungsträchtigere Behandlung besser als ein gebrechlicher Patient. Um den Allgemeinzustand eindeutiger zu definieren, benutzen Ärzte standardisierte Indices wie beispielsweise den der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

WHO-Index zum allgemeinen Gesundheitszustand

Status Beschreibung
0 volle Aktivität, normales Leben und Arbeiten möglich
1 eingeschränkte Aktivität, leichte Arbeit möglich 
2 Selbstversorgung noch möglich, aber nicht arbeitsfähig, nicht bettlägerig, Ruhezeit weniger als 50 % der Tageszeit
3 Selbstversorgung sehr eingeschränkt, mehr als 50 % der Tageszeit ruhebedürftig, auf Pflege/Hilfe angewiesen
4 ständig bettlägerig und pflegebedürftig

Selbstverständlich ist der Allgemeinzustand eines Patienten auch von seinem Lebensalter abhängig. Ein 75-Jähriger ist in der Regel weniger belastbar als ein 65-Jähriger. Aber nicht immer ist das tatsächliche Lebensalter ausschlaggebend für die Belastbarkeit. Manche 75-Jährige sind biologisch betrachtet erst 60 Jahre alt: Ihre Fitness und Belastbarkeit entsprechen der eines 60-Jährigen. Andererseits gibt es auch 60-Jährige, deren biologisches Alter bei 70 oder 75 Jahren liegt.

Fragebögen zum biologischen Alter

Auch das biologische Alter können Mediziner mittlerweile bestimmen. Ein entscheidendes Kriterium für die Bestimmung ist - ähnlich wie im WHO-Index zum allgemeinen Gesundheitszustand - die individuelle Mobilität. Wer sich innerhalb und außerhalb seiner Wohnung noch sicher bewegen kann, ist meist auch in der Lage, sich selbst zu versorgen und seine sonstigen Alltagsverpflichtungen zu erledigen. Systematisch lässt sich die Fähigkeit zur Organisation des eigenen Alltags mit standardisierten Fragebögen überprüfen.

Wichtig für die Beurteilung des biologischen Alters ist auch die Frage, an wie vielen und welchen sonstigen Erkrankungen ein Patient leidet. Speziell Fachleute, die sich mit dem Alter beschäftigen (Geriater), haben sich mit dieser Frage befasst und auch dazu eine standardisierte Skala entwickelt, die so genannte Comorbidity Illness Rating Scale Geriatric oder kurz CIRS-G.

Was sind "go go´s"?

Von angelsächsischen Medizinern stammt eine eher pragmatische Beurteilung des Allgemeinzustandes, bei der die Mobilität als wichtigste messbare Größe für das biologische Alter angesehen wird. Die Therapiekonzepte für Patienten werden in drei Gruppen eingeteilt, den so genannten go go's, den slow go's und den no go's.

  • Go go's sind Therapiekonzepte für Patienten, die ihre Alltagsaktivitäten selbstständig erledigen können, sei es komplett aus eigener Kraft oder mit geeigneten Hilfsmitteln wie Gehstock oder Gehwagen.
  • Slow go Therapiekonzepte: Die Patienten gehen zwar "langsamer", sind aber in der Lage, ihre Einschränkungen zumindest teilweise durch Hilfsmittel auszugleichen.
  • No go Therapiekonzepte: Die Patienten sind auf ständige Betreuung angewiesen.

Inwieweit der allgemeine Gesundheitszustand eines Patienten beziehungsweise sein biologisches Alter ausreichen, um eine bestimmte Therapie einsetzen zu können, entscheidet selbstverständlich immer der behandelnde Arzt. Das Alter in Jahren ist für die Therapie-Entscheidung jedenfalls nicht mehr allein ausschlaggebend.

 

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