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Zwei der bewährten Kombinations-Chemotherapien sind die so genannte CHOP-Therapie oder das CHOP-Regime und die VAD-Therapie. Jeder Buchstabe von CHOP steht als Abkürzung für eines von vier Medikamenten. Es wird sowohl der Wirkstoffname als auch der Handelsname für solche Abkürzungen verwendet (siehe Tabelle). Beispielsweise ist der Anfangsbuchstabe des Handelsnamens für Vincristin ein "O".

CHOP-Therapie

Buchstabe Wirkstoff Stoffgruppe
C Cyclophosphamid Alkylanzien (Stickstofflost-Derivat)
H Hydroxy-Doxorubicin Topoisomerase-II-Hemmer (Anthracyclin)
O Vincristin Mitosespindelgift
P Prednison Glukokortikoid

Anwendung z. B. bei Chronisch-lymphatischer Leukämie, Follikulärem Lymphom, Immunozytom.

VAD-Therapie

Buchstabe Wirkstoff Stoffgruppe
V Vincristin Mitosespindelgift
A Hydroxy-Doxorubicin Topoisomerase II-Hemmer (Anthracyclin)
D Dexamethason Glukokortikoid

Anwendung beim Multiplen Myelom

Diese Abkürzungen sind historisch gewachsen und deshalb nur wenig systematisch. So könnte man vermuten, dass im VAD-Protokoll gänzlich andere Medikamente zum Einsatz kommen. Aber ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass die zwei eingesetzten Zytostatika auch in CHOP enthalten sind. Die Verwirrung entsteht, weil einmal der Wirkstoff- und einmal der Handelsname des Präparates verwendet wird.

Bei beiden Therapien kommen die Zytostatika aus ganz unterschiedlichen Stoffgruppen. So gehört das C der CHOP-Therapie, das Cyclophosphamid, zur Stoffgruppe der so genannten Stickstofflost-Abkömmlinge.

Lost: Vom Kampfstoff zum Medikament
Schon zu Anfang des 20. Jahrhunderts stellten Ärzte fest, dass Lost, das auch als chemischer Kampfstoff eingesetzt wurde, schnell wachsendes Gewebe sehr stark schädigen kann. Es wurde als Mittel für die Chemotherapie in Betracht gezogen, erwies sich aber für den Einsatz als Medikament als zu giftig. Chemiker entwickelten verwandte, weniger schädliche Substanzen. Eine dieser Weiterentwicklungen ist das Cyclophosphamid. Wegen der Stickstofflostgruppe im Molekül gehört das Cyclophosphamid zu den Alkylanzien. Es blockiert die Zellteilung, indem es die Bestandteile der Erbsubstanz untereinander vernetzt und verklebt. 

Ein Antibiotikum gegen Krebszellen
Das Hydroxy-Doxorubicin der CHOP-Therapie ist ein Antibiotikum aus der Familie der Anthracycline, welches der Strahlenpilz Streptomyces zur Abwehr von Feinden benutzt. Anthracycline gehören zu den Topoisomerase-II-Hemmern. Auch sie hemmen die Verdopplung der Erbsubstanz und damit die Teilung der Zelle.

Zellgift aus Pflanzen
Das O aus der CHOP-Therapie markiert das Mitosespindelgift Vincristin. Vincristin ist eine im Immergrün (Catharantus roseus) vorkommende giftige Stickstoffverbindung. Es stört zum einen den Aufbau des Spindelapparates bei der Zellteilung. Darüber hinaus soll Vincristin dafür sorgen, dass die Zellen des Tumors sich immer in derselben Teilungsphase befinden, sich gewissermaßen also im gleichen Rhythmus teilen. Da Hydroxy-Doxorubicin und Cyclophosphamid jeweils in einer bestimmten Zellteilungsphase besonders wirksam sind, verstärkt Vincristin die Wirksamkeit der beiden anderen Substanzen.

Prednison verstärkt die Wirkung gegen Krebszellen
Prednison ist das letzte Medikament in der Reihe der CHOP-Therapie. Diese kortisonähnliche Substanz fährt die Aktivität des Immunsystems insgesamt herunter und macht damit den Organismus für die eingesetzten Chemotherapeutika empfindlicher. Prednison ist daher seit Jahrzehnten fester Bestandteil der meisten Kombinations-Chemotherapien.

 i  Weitere Kombinations-Chemotherapien

 

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