Die Follikel sind die Orte in den Lymphknoten, in denen B-Zellen heranreifen. Wenn in diesen Bereichen Krebszellen entstehen, spricht man vom Follikulären Non-Hodgkin-Lymphom. Weitere Bezeichnungen sind: Follikuläres Keimzentrums-Lymphom, Follikelzentrumszell-Lymphom, zentrozytisch-zentroblastisches Lymphom.
Genau genommen entarten beim Follikulären Lymphom nicht ausgereifte B-Zellen, sondern zwei ihrer Vorläuferzellen: die Zentroblasten und Zentrozyten. Je mehr Zentroblasten entarten, desto schneller und aggressiver verläuft das Follikuläre Lymphom. Indolente Follikuläre Lymphome werden laut WHO-Klassifikation in Grad 1 und 2 eingeteilt. Ein indolentes B-Zellen-Lymphom entwickelt sich in 30 bis 40 Prozent der Fälle weiter zum aggressiven Lymphom (WHO-Klassifikation Grad 3a und 3b). Für die indolente wie für die aggressive Form gilt die Einteilung in Stadium I, II, III und IV nach Ann Arbor.
Das Follikuläre Lymphom kommt typischerweise im mittleren bis höheren Lebensalter vor. Statistisch betrachtet erkranken jährlich etwa 8 von 100.000 Menschen in Deutschland, das bedeutet etwa 6.000 bis 8.000 neue Fälle pro Jahr. Mit zunehmendem Alter steigt dieser Anteil deutlich an, wobei das mittlere Erkrankungsalter bei 55 bis 60 Jahren liegt. Das Follikuläre Lymphom macht etwa ein Viertel aller Non-Hodgkin-Lymphom-Erkrankungen aus und gehört damit zu den häufigsten Formen der malignen Lymphome. Es kommt bei Frauen und Männern annähernd gleich häufig vor.
Spezielle Risikofaktoren sind nicht bekannt.
In den frühen Stadien treten keine Beschwerden auf. Später führt die unkontrollierte Zellvermehrung zur ständigen Vergrößerung der Lymphknoten, später auch der Milz und der Leber. Bei etwa jedem zweiten Patienten dringen die Krebszellen auch in das Knochenmark ein und stören dort die Bildung der roten und weißen Blutkörperchen sowie der Blutplättchen. Es kommt zu Übelkeit und Erbrechen, häufigen Infekten und Blutungen.
Bestimmte Untersuchungen, z. B. des Blutes und von Lymphknotengewebe weisen auf die Krankheit hin.
Die Behandlungserfolge sind in den Stadien I und II nach Ann Arbor meist sehr gut, in fortgeschrittenen Stadien (Stadien III und IV nach Ann Arbor) ist meist keine Heilung möglich, aber das Voranschreiten der Krankheit lässt sich deutlich verlangsamen. Zum Einsatz kommen die Strahlenbehandlung, Medikamente (Chemotherapie, Antikörper und Hochdosischemotherapie mit Übertragung von Stammzellen). Begleitende Beschwerden, wie die Neigung zu häufigen Infekten und zu Blutungen, bedürfen einer zusätzlichen Behandlung.
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Keine Beschwerden in den Frühstadien. Später ständig vergrößerte Lymphknoten, Übelkeit und Erbrechen, häufig Infekte und Blutungen |
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Bei Vorliegen der folgenden Befunde ist von einem Follikulären Non-Hodgkin-Lymphom auszugehen:
- Nachweis von Zellen des Follikulären Lymphoms in Blut oder Lymphknotengewebe
- Zellen mit typischem Muster an Eiweißen auf der Oberfläche
- Nachweis des Eiweißes B-Cell-Lymphom 2 (BCL-2) im Blut
- Erhöhte Blutwerte der Laktatdehydrogenase (LDH) als Zeichen des Zelluntergangs und Beta-2-Mikroglobulin
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Strahlenbehandlung, Chemotherapie, Hochdosis-Chemotherapie mit Stammzellübertragung, Antikörperbehandlung, Behandlung der begleitenden Beschwerden |
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In Stadium I und II günstig; in Stadium III und IV meist keine Heilung, aber verlangsamtes Fortschreiten der Erkrankung erreichbar, bessere Aussichten durch Antikörperbehandlung und (Radio-)Immuntherapie | |