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Follikuläres Non-Hodgkin-Lymphom > Behandlung > Erstbehandlung
  Erstbehandlung des Follikulären Lymphoms
 
 
Die Behandlung einer erstmals aufgetretenen Non-Hodgkin-Lymphom- oder einer anderen Krebserkrankung bezeichnen Mediziner als Primärtherapie. Bezogen auf das Follikuläre Lymphom müssen vor der Behandlungs-Entscheidung folgende Fragen geklärt sein:
  • Handelt es sich um ein indolentes oder um ein aggressives Follikuläres Lymphom (Gradeinteilung des Follikullären Lymphoms)
  • In welchem genauen Krankheitsstadium befinden Sie sich?
  • Wie ist Ihr allgemeiner Gesundheitszustand (Allgemeinzustand), d. h. wie belastbar sind Sie?

Abwarten ...

Patienten mit indolentem Follikulären Lymphom, die über keine Beschwerden klagen, werden häufig nicht sofort behandelt, sondern aufgefordert, sich regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen vorzustellen ("watch and wait"). Das gilt häufig auch für Patienten in fortgeschrittenen Krankheitsstadien, die keine Beschwerden haben.

Strahlenbehandlung

Beim indolenten Follikulären Lymphom in den Ann-Arbor-Stadien I oder II reicht häufig eine Strahlenbehandlung aus. Da die Krankheitsherde in diesen Stadien noch vergleichsweise klein sind, wird allgemein eine Strahlentherapie mit dem Ziel der Heilung empfohlen. Man bestrahlt entweder nur das betroffene Gebiet (Involved-Field) oder auch angrenzende Gebiete (Extended-Field).

Grundsätzlich kann die Strahlenbehandlung auch mit anderen Behandlungsformen wie Chemotherapie oder anderen Medikamenten (z. B. Antikörper) kombiniert werden.

Auch beim aggressiven Follikulären Lymphom kann die Strahlenbehandlung eingesetzt werden, z. B. nach Abschluss einer Chemotherapie.

Herkömmliche Chemotherapie und andere Medikamente

Weiter fortgeschrittene Follikuläre Lymphome (Stadien III und IV nach Ann Arbor) lassen sich mit Strahlen allein nicht mehr wirksam behandeln. Wenn Lymphknotenregionen auf beiden Seiten des Zwerchfells oder beispielsweise Knochen befallen sind, oder das Follikuläre Lymphom Organe wie Leber oder Milz zu schädigen droht, wird in der Regel eine Chemotherapie eingeleitet. Wie belastend sie im Einzelfall sein darf, ist vom Allgemeinzustand des Patienten abhängig.

Der Antikörper Rituximab kann alleine oder in Kombination mit Chemotherapeutika verwendet werden. Wird Rituximab nach einer Behandlung weiter längerfristig genommen, steigt die Chance auf ein längeres, krankheitsfreies Überleben.

Kombinationsbehandlungen

Eine einheitliche Standardbehandlung für Patienten mit Follikulärem Lymphom in fortgeschrittenen Stadien ist bisher nicht festgelegt worden. Oft werden in dieser Behandlungssituation Kombinations-Chemotherapien eingesetzt, häufig auch ergänzt um den monoklonalen Antikörper Rituximab, der genau gegen bestimmte Krebszellen (die so genannten CD20-positiven Lymphomzellen) wirkt, indem er sie als körperfremd erkennt und so zu ihrer Vernichtung beiträgt. Die in den Kombinationen eingesetzten Chemotherapeutika gehören unterschiedlichen Wirkungsklassen an und können sich in ihrer Wirksamkeit deshalb gegenseitig verstärken.

Zusätzlich zu Kombinations-Chemotherapien und zum Antikörper Rituximab wird häufig ein Wirkstoff, der das Wachstum von Granulozyten stimuliert (der so genannte G-CSF) eingesetzt. Nach Abschluss der Chemotherapie können Patienten zusätzlich bestrahlt werden.

Hochdosis-Chemotherapie und Stammzellübertragung

Für Patienten unter 60 Jahren mit höherem Risiko gibt es zusätzlich noch die Möglichkeit einer Hochdosis-Chemotherapie mit der Übertragung von eigenen Blutstammzellen (= autologe Stammzelltransplantation) nach dem CHOP-Protokoll. Auch der Antikörper Rituximab kann in das CHOP-Protokoll mit einbezogen werden, um die Heilungschancen zu erhöhen.

Ob eine Hochdosis-Chemotherapie des Follikulären Lymphoms auch im Rahmen der Erstbehandlung - also beim erstmaligen Auftreten der Krankheit - von Vorteil ist, hängt vom Einzelfall ab. Wenn sie zum Einsatz kommt, dann meist als Vorbereitung auf eine autologe Blutstammzelltransplantation.

Das Prinzip der Hochdosis-Chemotherapie ist einfach: es sollen alle Zellen zerstört werden, die an der Blutbildung beteiligt sind, inklusive sämtlicher Krebszellen.

Zuerst findet die Induktions-Chemotherapie statt, in der der Tumor so weit wie möglich verkleinert wird. Anschließend wird zusätzlich ein Stoff verabreicht, der dafür sorgt, dass mehr Stammzellen ins Blut gelangen: der Granulozyten-Kolonie stimulierende Faktor (G-CSF). Dies nennt man Mobilisierungsphase. Anschließend werden die Stammzellen aus dem Blut gewonnen und die eigentliche Hochdosis-Chemotherapie kann eingeleitet werden.

Vielversprechend scheint auch eine Strahlen-Immunbehandlung, also eine Radioimmuntherapie als Erstbehandlung bei einem neu festgestellten follikulären Lymphom zu sein.

 

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Bei der Erstbehandlung eines neu festgestellten follikulären Lymphoms erscheint eine Radioimmuntherapie erfolgversprechend zu sein.
 
Radioimmuntherapie
 
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