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Follikuläres Non-Hodgkin-Lymphom > Diagnose
  Diagnose: Wie erkennt man ein Follikuläres Lymphom?
 
 
Alle Verfahren zur Feststellung eines Follikulären Lymphoms haben zum Ziel, die Diagnose möglichst frühzeitig, also vor dem Auftreten von Komplikationen zu stellen. Ein weiteres wichtiges Ziel besteht darin, Aussagen zum mutmaßlichen Verlauf der Erkrankung zu machen. Auf dieser Grundlage planen Arzt und Patient dann gemeinsam die individuelle Behandlung.

Was untersucht der Arzt?

Gespräch und körperliche Untersuchung - In einem ausführlichen Gespräch besprechen Arzt und Patient aktuelle Beschwerden, Vor- und Begleiterkrankungen, häufig auch die individuellen Lebensverhältnisse. Im Rahmen der körperlichen Untersuchung versucht der Arzt, erste Hinweise auf Symptome zu finden, die auf eine bestimmte Krankheit hindeuten.

Untersuchung von Blut und Urin - Besteht ein erster Verdacht auf ein Follikuläres Lymphom, so lässt der behandelnde Arzt ein Blutbild erstellen. Dafür wird aus der Armvene Blut entnommen und die Blutzellen werden im Labor ausgezählt. Je nachdem, in welcher Menge die unterschiedlichen Arten von weißen Blutzellen im Blut vorkommen, kann man erkennen, welcher Zelltyp für die Erkrankung verantwortlich sein kann. Bei einigen Patienten kommt es zu einer Ausschwemmung der B-Zellen des Follikulären Lymphoms in das Blut. Diese Zellen sind eindeutig identifizierbar, weil sie an ihrer Oberfläche ein charakteristisches Eiweißmuster tragen. Diese Eiweiße nennen Wissenschaftler Oberflächenantigene.

Weitere Laboruntersuchungen aus Blut- und Urinproben sind notwendig, um den Krankheitsverlauf beurteilen zu können: beispielsweise Entzündungszeichen oder Werte, die die Funktion von Leber und Nieren beurteilen lassen sowie Werte der Blutgerinnung oder der Laktatdehydrogenase (LDH) als Zeichen für untergehende Zellen im Körper.

Bildgebende Diagnostik - Lymphknoten im Bauchraum lassen sich nicht tasten und auch das Eindringen von B-Zellen des Follikulären Lymphoms in andere Organe kann man nicht mit dem bloßen Auge verfolgen: Unterleib und Lymphknoten werden deshalb regelmäßig mit Ultraschall untersucht. Zur genaueren Stadieneinteilung ist zudem eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs notwendig. Auch eine Computer-Tomographie (CT) kann sinnvoll sein.

Knochenmarksbiopsie - B-Zellen des Follikulären Lymphoms dringen bei jedem zweiten Patienten auch ins Knochenmark ein. Eine mikroskopische Untersuchung einer Knochenmarksprobe ist deshalb unerlässlich. Das Untersuchungsmaterial wird mit einer Knochenmarkspunktion gewonnen. Hierbei wird Knochenmark aus dem Beckenknochen entnommen.

Lymphknotenbiopsie - Aus einem Lymphknoten wird Gewebe entnommen. Die feingewebliche Untersuchung einer solchen befallenen Lymphknotenregion ist notwendig, um die typischen B- Zellen des Follikulären Lymphoms nachweisen zu können. Unter dem Mikroskop erkennt der Arzt die veränderten Zellen und die zerstörte Struktur des Lymphknotens. Auffällig sind folgende Zellen:

  • Zentroblasten sind große Keimzentrumszellen mit ungekerbten Zellkernen. Sie sind ein relativ frühes Entwicklungsstadium der B-Zellen und kommen im Keimzentrum der Lymphfollikel vor.

  • Zentrozyten sind kleine Keimzentrumszellen mit gekerbten Zellkernen, sie sind weiter entwickelte Zellen.

Das Follikuläre Lymphom wird deshalb auch als zentrozytisch-zentroblastisches Lymphom bezeichnet. Mit speziellen Färbetechniken lässt sich auch das Protein BCL-2 nachweisen, das in erkrankten Zellen besonders häufig vorkommt. Je mehr Zentroblasten entartet sind, desto aggressiver verläuft die Erkrankung.

Welches sind die Zeichen eines Follikulären Non-Hodgkin-Lymphoms?

Die Beschwerden, die ein Follikuläres Lymphom auslösen kann, sind vielfältig und kommen auch bei anderen Krankheiten vor. Deshalb müssen bestimmte Befunde vorhanden sein, damit man sicher sein kann, dass ein Follikuläres Lymphom vorliegt.

Ein Follikuläres Lymphom liegt dann vor, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  1. Nachweis von Zellen des Follikulären Lymphoms in Blut oder Lymphknotengewebe

  2. Nachweis des für Zellen des Follikulären Lymphoms typischen Musters an Eiweißen auf der Zelloberfläche

  3. Nachweis des charakteristischen Eiweißes B-Cell-Lymphom 2 (BCL-2) im Blut

  4. Erhöhte Blutwerte der Laktatdehydrogenase (LDH) und Beta-2-Mikroglobulin.

 

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